Medizinprodukte · Englisch–Deutsch

Anwender, Aufbereitungspersonal und benannte Stellen lesen denselben deutschen Satz.

Gebrauchsanweisungen (IFU), Labeling und regulatorische Unterlagen gehören seit vielen Jahren durchgängig zum Kern meiner hauptberuflichen Arbeit. Ich übersetze die englischsprachige Dokumentation international führender Medizintechnik- und Diagnostikhersteller ins Deutsche und prüfe bestehende deutsche Fassungen.

Eine Gebrauchsanweisung wird selten in Ruhe gelesen. Sie wird im Arbeitsablauf konsultiert: vor dem Eingriff, bei der Aufbereitung, in der Bewertung durch die benannte Stelle. Die Formulierung muss deshalb in jeder dieser Situationen eindeutig sein.

Zahlen, Einheiten, Warnhinweise

Ein Zeichen genügt

Kritische Fehler liegen in der Medizintechnik selten im Stil. Sie stecken in Zahlen, Einheiten, Verneinungen und Warnhinweisen. Sprachlich sind sie unauffällig: Die Rechtschreibprüfung findet nichts, weil formal nichts zu beanstanden ist. Der Inhalt stimmt trotzdem nicht.

Die Beispiele sind frei konstruiert. Sie enthalten kein Kundenmaterial und geben keine unveränderte Ausgabe eines bestimmten Übersetzungssystems wieder.

Die Ziffernfolge bleibt gleich. Die Menge nicht.
Englischer Ausgangstext

Rinse the cannula with 1,000 mL of sterile saline.

Unverändert übernommen

„Die Kanüle mit 1,000 ml steriler Kochsalzlösung spülen.“

Im Deutschen: ein Milliliter – Faktor 1000
Geprüfte Fachübersetzung

„Die Kanüle mit 1.000 ml steriler Kochsalzlösung spülen.“

Trennzeichen nach deutscher Konvention, Menge unverändert

Inkonsistenzen kosten später Zeit. Wenn Kennzeichnung, Gebrauchsanweisung und technische Unterlagen dieselbe Sache unterschiedlich benennen, können Rückfragen entstehen und den Zeitplan unter Druck setzen.

Deshalb prüfe ich in diesen Dokumenten gezielt: Bedeutungsgenauigkeit, Fachterminologie, Zahlen und Einheiten, Warnhinweise, Verständlichkeit für die jeweilige Zielgruppe und die Konsistenz zwischen zusammengehörigen Unterlagen. Maßgeblich sind die Anforderungen von MDR und IVDR sowie, soweit für das Dokument einschlägig, die Benennungen und Symbole nach DIN EN ISO 15223-1.

Die regulatorische Verantwortung bleibt beim Hersteller. Eine Übersetzung von mir macht Ihr Produkt nicht MDR- oder IVDR-konform und ersetzt weder die Konformitätsbewertung noch die CE-Kennzeichnung. Was sie leistet, ist die fachlich und terminologisch genaue Wiedergabe des englischen Ausgangstexts im Deutschen.

Welche Normanforderungen und Arbeitsschritte abgedeckt sind, erläutere ich auf der Startseite unter Zwei Normen, klar abgegrenzter Umfang.

Dokumentationsschwerpunkt

Gebrauchsanweisung, Regulatorik, klinische Prüfung, Operationstechnik

Gebrauchsanweisungen und Labeling

In Gebrauchsanweisungen (IFU) und Kennzeichnungen verwende ich die von Ihnen freigegebenen Benennungen durchgängig.

Regulatorische und technische Dokumentation

Regulatorische und QARA-Unterlagen, darunter Kurzberichte über Sicherheit und klinische Leistung (SSCP), sowie Handbücher und technische Produktdokumentation. Ich arbeite dabei in dem Dokumentations- und Prüfprozess, den Sie vorgeben.

Klinische Prüfungen und Studien

Prüfplan-Zusammenfassungen, Teilnehmerinformationen und Einwilligungserklärungen. Meine Projekterfahrung umfasst getrennte Einwilligungserklärungen für Kinder und für Jugendliche, eigene Sprachfassungen für Österreich und eine laienverständliche Prüfplan-Zusammenfassung.

Operationstechniken

Eine Operationstechnik ist ein Dokument für das OP-Team und folgt dem Eingriff Schritt für Schritt: Zugang, Instrumentierung, Implantatgrößen. Ich führe die Benennungen für Instrumente und Komponenten mit der Gebrauchsanweisung desselben Produktsystems zusammen.

Produkterfahrung

Produktbereiche mit dokumentierter Projekterfahrung

Orthopädische und chirurgische Implantate

Der größte Teil dieser Arbeit. Gebrauchsanweisungen und regulatorische Unterlagen für Implantate, in denen Produkt-, Anwendungs- und Sicherheitsaussagen über Produktfamilien und Fassungen hinweg zusammenpassen müssen.

In-vitro- und Molekulardiagnostik

Der zweite große Bereich. IVD-Dokumentation, in der diagnostische, technische und regulatorische Benennungen zueinander passen müssen.

Ophthalmologie

Dokumentation für ophthalmologische Produkte, abgestimmt auf Zweckbestimmung und Anwenderkreis.

Interventionelle und allgemeinchirurgische Produkte

Technische und regulatorische Inhalte für Produkte, die während eines Eingriffs eingesetzt werden – mit Handhabungsschritten und Warnhinweisen, die im Moment der Anwendung klar sein müssen.

Dentalprodukte

Produkt- und Anwendungsdokumentation für dentale Implantate, Instrumente und zugehörige Geräte.

Arbeitsprozess

Vom Kontext bis zur dokumentierten Entscheidung

  1. Kontext klären

    Verwendungszweck und Zielgruppe des Dokuments klären wir vor Beginn.

  2. Referenzen übernehmen

    Ihre freigegebene Terminologie, Ihr Translation Memory und Ihre Referenztexte übernehme ich in die vereinbarte Projektumgebung.

  3. Übersetzen oder posteditieren

    Ich übersetze selbst – oder führe das vereinbarte Full Post-Editing selbst durch.

  4. Eigenprüfung durchführen

    Danach prüfe ich die Übersetzung auf Bedeutung, Zahlen, Einheiten, Warnhinweise und Konsistenz und dokumentiere die Ergebnisse.

  5. Ihre Rückmeldungen einarbeiten

    Prüft Ihre Fachabteilung die Übersetzung, arbeite ich die Rückmeldungen ein und beantworte die Rückfragen dazu.

  6. Entscheidungen dokumentieren

    Entscheidungen aus Rückfragen halte ich fest. Wo sie übertragbar sind, wende ich sie auf Folgedokumente an.

Fachabteilung und Einkauf

Zusammenarbeit, Terminologie und Methodenwahl

Ist eine Beauftragung neben einem bestehenden Sprachdienstleister möglich?

Ja. Ich übernehme definierte Englisch–Deutsch-Inhalte oder prüfe eine bereits vorliegende Übersetzung unabhängig; beides lässt sich als abgegrenzter Auftrag neben Ihren bestehenden Dienstleistern führen.

Wie werden bestehende Terminologie, Translation Memories und Referenztexte eingebunden?

Ihre freigegebene Terminologie ist für mich verbindlich. Translation Memories und Referenztexte wende ich an, prüfe sie aber gegen den Kontext des jeweiligen Dokuments. Finde ich einen Widerspruch – zwei Benennungen für dieselbe Sache oder eine Vorgabe, die dem Dokument widerspricht –, frage ich nach, statt eigenmächtig zu entscheiden. Die Entscheidung halte ich fest und wende sie auf Folgedokumente an.

Welche medizinischen und medizintechnischen Dokumente gehören zum Leistungsumfang?

Der Schwerpunkt liegt auf Gebrauchsanweisungen (IFU) und Labeling sowie auf regulatorischen und QARA-Unterlagen, darunter die Kurzberichte über Sicherheit und klinische Leistung (SSCP). Dazu kommen Operationstechniken, Handbücher, technische Produktdokumentation und produktbezogene Marketingtexte. Einen zweiten festen Bestandteil bilden die Unterlagen klinischer Prüfungen und Studien, von der Prüfplan-Zusammenfassung bis zur Einwilligungserklärung. Dokumente außerhalb meines Fachgebiets nehme ich nicht an.

Wann ist Humanübersetzung sinnvoller als Full Post-Editing?

Verwendungszweck, Risikoprofil und die Qualität des Ausgangstexts entscheiden, nicht der Preis. Je unmittelbarer sich ein Text an Anwender richtet oder in die Kennzeichnung eingeht, desto eher übersetze ich ihn von Grund auf. Wo Full Post-Editing tragfähig ist, liefere ich es als vollständige fachliche Bearbeitung maschineller Übersetzung im Sinne der ISO 18587, nicht als oberflächliche Durchsicht. Welcher Weg für Ihr Dokument sinnvoll ist, sage ich Ihnen vor dem Angebot.

Gebrauchsanweisung oder Studienunterlage

Fangen wir mit einem konkreten Dokument an

Für eine belastbare Einschätzung genügen Dokumentart, Verwendung, Umfang, Dateiformat und Termin. Den Übertragungsweg für vertrauliche Dateien stimmen wir vorher ab.